Fragen Sie Eltern, was sie in der Kita-App am häufigsten öffnen – die Antwort lautet sehr wahrscheinlich „die Fotos". Momente, in denen ihr Kind in der Gruppe mit Farbe spielt, im Garten rennt oder bei einer Aufführung auf der Bühne steht, sind ein Fenster in eine Welt, die Eltern tagsüber nicht sehen.
Für die Kita sind dieselben Fotos eine Verantwortung: Wessen Kind wird wem über welchen Kanal gezeigt? In diesem Beitrag zeige ich praktische Wege, die Balance zwischen Erinnerungen sammeln und Privatsphäre schützen zu finden.
Warum ist das wichtig?
Fotos von Kindern sind personenbezogene Daten, und beim Teilen sind Eltern zu Recht sensibel. Sobald ein Foto auf einem öffentlichen Social-Media-Konto oder in einer Chatgruppe mit Dutzenden Mitgliedern landet, hat die Kita keine Kontrolle mehr darüber, wohin es weitergeht. Ist das Vertrauen einmal erschüttert, verblasst selbst das schönste Fest.
Erster Schritt: Einwilligungen von Anfang an einholen
Ihre Fotoregeln sollten schon bei der Anmeldung feststehen. Gute Praxis heißt, die Kita:
- schreibt klar auf, zu welchen Zwecken Fotos und Videos gemacht werden (Gruppenalbum, Newsletter, Öffentlichkeitsarbeit der Kita usw.).
- lässt Eltern für jeden Zweck einzeln entscheiden; sie sollten sagen können: „Ja zum Gruppenalbum, nein zur Werbung."
- weist darauf hin, dass Eltern ihre Entscheidung später ändern können.
- hält die Entscheidungen in der Akte des Kindes fest, sodass die Fachkraft sie vor dem Teilen einsehen kann.
Prüfen Sie die für Ihre Einrichtung geltenden rechtlichen Pflichten gemeinsam mit Ihrer Rechtsberatung; die Hinweise hier sind allgemeine Empfehlungen für die Praxis im Alltag.
Der richtige Kanal: der geschützte Bereich der Kita
Der sicherste Ort zum Teilen von Fotos ist die Kita-App, auf die nur berechtigte Eltern zugreifen. In Funikid bringen Fotos und Galerie die im Gruppenalltag und bei Veranstaltungen entstandenen Fotos und Videos in einem privaten Bereich zu den Eltern. Dieser Kanal hat drei Vorteile:
- Gezielter Zugriff: Das Gruppenalbum sehen nur die Eltern dieser Gruppe, das Kinderalbum nur die Eltern dieses Kindes.
- Keine Nummern im Umlauf: Die Telefonnummern der Eltern werden untereinander nicht sichtbar.
- Ordnung: Fotos gehen nicht zwischen Nachrichten verloren; sie liegen in Alben nach Veranstaltung oder Datum.
Gruppenalbum oder Kinderalbum?
Die beiden Albumarten erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse:
- Gruppenalbum: Gemeinsame Aktivitäten, Gruppenarbeiten, Aufführungen. Alle Eltern der Gruppe sehen es; deshalb muss für jedes abgebildete Kind eine Einwilligung vorliegen.
- Kinderalbum: Besondere Momente eines Kindes, ein Werk, das es geschaffen hat, Bilder, die seine Entwicklung zeigen. Nur die eigenen Eltern sehen es; für die Privatsphäre ist das die sicherste Option.
Ist ein Kind ohne Einwilligung auf einem Gruppenfoto zu sehen, stellen Sie dieses Bild am besten nicht ins Gruppenalbum oder wählen ein Bild, auf dem das Kind nicht zu erkennen ist.
Eine kurze Checkliste für Fachkräfte
- Fotografieren Sie mit einem Gerät der Kita oder der von der Kita festgelegten App; sammeln Sie keine Bilder auf dem privaten Handy.
- Prüfen Sie vor dem Teilen, ob ein Kind ohne Einwilligung im Bild ist.
- Teilen Sie keine Momente, in denen Kinder sich umziehen, schlafen oder weinen.
- Achten Sie darauf, dass im Hintergrund keine identifizierenden Angaben wie Adressen oder Namensschilder zu sehen sind.
- Sammeln Sie Fotos einer Veranstaltung im Album dieser Veranstaltung.
Was Eltern beitragen können
Auch Eltern spielen eine Rolle. Der Hinweis, dass ein aus dem Gruppenalbum heruntergeladenes Foto auch andere Kinder zeigt, reicht meist, damit sie nachdenken, bevor sie es in ihren privaten sozialen Netzwerken teilen. Geben Sie diesen Hinweis zu Beginn des Kita-Jahres in einer kurzen Ankündigung – nicht vorwurfsvoll, sondern im Ton des gemeinsamen Schutzes.
Zusätzliche Hinweise zu Videos
Videos von Aufführungen und Festen gehören zu den Lieblingsinhalten der Eltern. Da Videos mehr Kinder und Stimmen enthalten, sollten sie vor dem Teilen im Gruppenalbum dieselbe Einwilligungsprüfung durchlaufen. Kurze Ausschnitte statt einer langen Aufzeichnung erleichtern die Prüfung und lassen sich auf dem Handy bequemer ansehen.
Häufig gestellte Fragen
Wird ein Kind ohne Fotoeinwilligung von Aktivitäten ausgeschlossen?
Nein. Die Einwilligung betrifft nur das Teilen; das Kind nimmt an allen Aktivitäten teil. Die Fachkraft teilt lediglich keine Bilder, auf denen dieses Kind zu sehen ist, oder zeigt sie nur seinen eigenen Eltern.
Wer kann die Fotos sehen?
In der App hängt die Berechtigung vom Albumtyp und von den Rechteeinstellungen der Kita ab. Mehr dazu auf unserer Seite zur Rechteverwaltung und in unserem Beitrag zu Rollen und Rechten in der Kita.
Dürfen wir Fotos für die Öffentlichkeitsarbeit in sozialen Medien nutzen?
Nur Fotos von Kindern, deren Eltern ausdrücklich für diesen Zweck eingewilligt haben. Wichtig ist, diese Einwilligung getrennt von der Einwilligung für das Gruppenalbum zu führen.
Wie kann ich die Galerie in Funikid ausprobieren?
Mit der 14-tägigen kostenlosen Testphase können Sie Gruppen- und Kinderalben anlegen und Ihre ersten Fotos teilen. Bei Fragen melden Sie sich bei uns.
Über die Autorin / den Autor
Zeynep Çelik
Expertin für digitale Inhalte
Behandelt im Funikid-Blog Elternerfahrung, die mobile App, Datenschutz und digitale Organisation in der Einrichtung. Übersetzt Technik gern in den Kita-Alltag und erklärt sie mit anschaulichen Beispielen.